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Ein
Brettspiel
Ab und zu wird in unserer Familie
gerne mal gespielt. Wir mögen zwar auch die modernen Spiele wie Trivial
Pursuit oder Monopoly, das gute alte "Mensch ärgere dich nicht"
ist aber irgendwie trotzdem immer der Favorit. So entstand irgendwann im Herbst
2001 die Idee unserer Oma zu Weihnachten ein selbstgebautes großes "Mensch
ärger dich nicht" zu schenken. Hier ist nun das Ergebnis zu sehen.

Das Spiel sollte möglichst
robust und rustikal werden. Es ist daher komplett aus Holz gebaut, hat einen
Durchmesser von etwa 40 cm und ist ungefähr 4,5 cm dick.
Wer mich kennt weiß, daß
es ganz ohne Elektronik dann doch nicht ging ;o) Es mußte also zusätzlich
zu den natürlich vorhandenen "richtigen" Würfeln ein elektronischer
eingebaut werden. Das Bild zeigt in etwa, wie es aussieht, wenn damit gewürfelt
wird. Es gibt für jeden Spieler eine Taste. Wenn sie gedrückt wird,
beginnt der Würfel zu "rollen", d.h. alle sieben Leuchtdioden scheinen
konstant zu leuchten. In Wirklichkeit wechseln die Ergebnisse 1 bis 6 so schnell,
daß das Auge nicht folgen kann. Beim Loslassen des Tasters wird der Würfel
langsamer und bleibt schließlich stehen.
Um Zweifel an der Zufälligkeit auszuräumen, habe ich den Würfel
mit 600 "Würfen" getestet. Im Idealfall hätte also jedes Ergebnis
100 mal vorkommen müssen. Das gibt es natürlich in Wirklichkeit nicht.
Hier ist das Diagramm der Ergebnisse:
Für Interessierte gibt
es hier die Schaltung.

Die Unterseite wird von einer lackierten Hartfaserplatte verschlossen, die sechs Filzfüße und die
Spielregeln trägt. Für die (gekauften) Spielsteine und Würfel gibt es zwei ausklappbare Fächer.

Das Problem war hier, daß
die Steine einen Durchmesser von 16mm haben. Die Platte ist aber nur 18mm
stark. Ein wenig Luft mußte auch noch sein, so das am Ende nach dem Ausfräsen
des Faches weniger als 2mm Bodenstärke übrig blieben (viel Angst
beim Fräsen).
Wenn beide Fächer ausgeklappt sind erinnert mich das Ding immer irgendwie
an eine Art "Kampfstern Galaktika" ;o)

Grundmaterial war eine Leimholzplatte
aus dem Baumarkt mit den Abmaßen 400x1000x18mm. Mit der Stichsäge
wurden zwei Scheiben mit etwas unterschiedlichem Durchmesser ausgeschnitten.
Mit der Handoberfräse wurden Profile an die Platten gefräst. Die untere,
größere Platte bekam dann in der Mitte den Ausschnitt für die
Würfelschaltung und Batterien. Die beiden Kästchen für die Steine
wurden ausgeschnitten und hohlgefräst. Der Rest war viel Schleifen, Beizen
und Lackieren.

Sorge hat mir am Anfang das
Zeichnen des Spielplans bereitet. Schließlich hab ich mir das kleine Werkzeug
aus Stahldraht (Drahtkleiderbügel) gebogen. Mit dem Gasbrenner heiß
gemacht, werden die Ringe in's Holz gebrannt. Mit ein wenig Übung wird
das Ergebnis wirklich gut. Die Ringe sind durch das Brennen richtig schön
vertieft, was dem Ganzen einen plastischen Eindruck verleiht. Außerdem
sind sie von selbst richtig schön schwarz, brauchen also nicht noch mühselig
ausgemalt zu werden. Die geraden Zwischenlinien wurden mit dem heißen
Lötkolben gezogen.