Eine Alarmanlage fürs Boot
.jpg)
Grundlagen
Die Anlage dient zur Fernüberwachung und Alarm Signalisierung für ein Boot. Zusätzlich soll die geographische Position des Bootes fern abgefragt werden können. Technische Grundlage ist das GSM-Telemetrie-Modul STD35 von Telic. Komplettiert wurde es durch eine GPS Maus von Navilock, verschiedene Sensoren zur Alarmauslösung und eine zusätzliche Beschaltung. Alle Instruktionen und Kommandos zur Programmierung und Bedienung des STD35 finden sich in der speziellen Bedienungsanleitung, die mit dem Modul geliefert wird.
.jpg)
erste Probeschaltungen
Das STD35 besitzt 5 Eingänge über Optokoppler, die durch Anlegen von +12V aktiviert
werden. Es sind reine Schalteingänge. Es sind ebenfalls fünf, über
Relais geschaltete Ausgänge vorhanden. Die Eingänge sind logisch NICHT
mit den Ausgängen verknüpft. Aktionen an den Eingängen bewirken
zwar, je nach Programmierung, entsprechende Meldungen per SMS, lösen aber
selbst KEINE Aktionen der Ausgänge aus. Die Ausgänge werden nur durch
SMS Kommandos bzw. Anruf (nur Ausgang 1) geschaltet.
Als Alarmsensoren an den Eingängen lässt sich alles Mögliche
einsetzen, von einfachen Schaltkontakten, über Bewegungsmelder bis zu Feuchte-
oder Gassensoren usw. Solange der Sensor einen Schaltkontakt hat, der im Alarmfall
+12V auf den zugehörigen Eingang schalten kann, funktioniert es. Das STD35
löst dann über GSM stille Alarme per SMS an das/die registrierte(n)
Handy(s) aus. Einzelheiten dazu gibt es in der Bedienungsanleitung des Moduls.
Die Konfiguration des STD35 erfolgt durch SMS vom Administrator-Telefon. Darüber
hinaus kann man durch senden einer SMS an das STD35 den gegenwärtigen Standort
abfragen, vorausgesetzt es ist eine GPS Gerät angeschlossen. Bei Bedarf
können über SMS an den Ausgängen 1-5 beliebige Schaltvorgänge
ausgelöst werden.
Leider hat das STD35 keine eingebaute Möglichkeit mittels SMS oder Anruf die Eingänge "scharf" zu schalten oder zu "entschärfen". Es ist also nicht ohne zusätzliche Bastelei möglich, die Alarmanlage vom Mobiltelefon im Sinne von aktiv-inaktiv zu bedienen. Allerdings gibt es eine Werkseinstellung, die beim einfachen Voice-Anruf vom Administrator-Telefon für eine Sekunde +12V auf Ausgang 1 schaltet. Um diese Funktion ausnutzen zu können, ist aber eine zusätzliche Beschaltung nötig. Darüber hinaus wird zur Erzeugung des externen "vor Ort" Alarmsignals noch ein Timer- und Intervallschalter benötigt.
Insgesamt waren sechs zusätzliche Funktionsgruppen nötig, die alle auf einer Lochrasterplatte Platz gefunden haben. Die nötigen Anschlüsse werden durch Schraubklemmen an der unteren und oberen Seite der Platte realisiert. Die komplette Anlage ist bis auf die Sensoren und einen Schlüsselschalter in einer kleinen Plastbox mit transparentem Deckel untergebracht. Durch den transparenten Deckel sind die Zustände der LED von Außen gut sichtbar.
Das STD 35 arbeitet sicher mit einer Betriebsspannung von 5V bis 32V. Da im Boot eine Bordspannung von 12V existiert, ist die gesamte Schaltung für diese Betriebsspannung dimensioniert.
.jpg)
Schaltungsbeschreibung
Im Folgenden soll die komplette Schaltung und besonders das Zusatzmodul beschrieben werden, das das STD35 in dieser Anlage ergänzt.

für lesbares Schaltbild auf die Vorschau klicken
Gesamtschaltung
Das Schaltbild zeigt die Zusammenschaltung der Komponenten der Anlage. Oben ist das Modul STD35
zu sehen. Der große Block darunter (gestrichelt umrandet) zeigt die Zusatzplatine.
Im Prinzip sind die Anschlüsse des STD35 auch unten an der Zusatzplatine
vorhanden, bei einigen ist allerdings dazwischen etwas eingefügt.
Mittig unten liegt der Eingang der 12V Betriebsspannung, der über einen
Schlüsselschalter und eine separate Sicherung (nicht eingezeichnet) geführt
wird. Die Spannung wird einerseits zur Versorgung der Schaltung auf der Platine
benutzt, andererseits direkt auf die Ausgangsklemmen GND (-12V) und +12V geschleift.
Von dort geht sie zum Spannungseingang (Klinkenbuchse) des STD35. Das +12V Potential
geht außerdem direkt an den Klemmkontakt 0 des STD. Das ist der gemeinsame
Kontakt aller fünf Relaisausgänge A1-A5. Das -12V Potential geht vergleichbar
an die I Klemme des STD. Das ist der gemeinsame Massekontakt der fünf Eingänge
(Optokoppler) E1-E5.
Die für das GPS benötigten +5V werden aus den 12V durch IC 7805 erzeugt.
Links unten sind die Eingänge E1-E4 zu sehen. E1 bis 3 sind einfach über
Schließer des Relais A an die entsprechenden Eingänge des STD durchgeschaltet.
Das Relais A realisiert die scharf/unscharf Funktion der Anlage. Alarme an diesen
Eingängen 1-3 bewirken nur SMS Meldungen aber keine direkten Reaktionen
vor Ort. Der Eingang 4 ist für den Bewegungsmelder vorgesehen, der im verwendeten
Typ einen NC-Kontakt (Öffner) besitzt. Das Signal musste also invertiert
werden. Es wird daher nicht direkt durchgeschleift wie E1-3 sondern am Ausgang
des 555(3) abgegriffen und ebenfalls über einen Schließer des Relais
A an E4 des STD geschaltet. Ein Alarm an Eingang 4 bewirkt neben der obligatorischen
SMS Meldung auch einen Alarm vor Ort, der als zeitlich begrenztes Intervall
Signal am Ausgang A2' anliegt. Einen Alarmeingang E5 gibt es nicht, weil der
E5 des STD zur Zustandsmeldung des Stromstoßrelais (A) benutzt wird.
Ausgang A1 des STD schaltet das Stromstoßrelais A mit jedem Impuls in
die jeweils andere Endlage und schafft dadurch die scharf/unscharf Funktion,
einschließlich Rückmeldung über E5. Ausgang A2 startet über
den Inverter T4 per SMS den Timer 555(3) und löst so praktisch "manuell"
an A2' den vor Ort Alarm aus. A3 bis A5 sind direkt auf die Ausgänge A3'
bis A5' durchgeschleift. Hier können per SMS beliebige Geräte geschaltet
werden.
Funktionen auf der Zusatzplatine
.jpg)
Zusammenschaltung der Komponenten
Funktion +5V Versorgung / IC 7805
Der Festspannungsregler 7805 erzeugt mit seiner Standardbeschaltung aus der 12V Betriebsspannung die,
für die GPS-Maus benötigte, Spannung von 5V.
Funktion Anlage scharf-unscharf / VS-Baustein mit Relais A
Diese Funktion sichert, dass Meldungen der Sensoren wahlweise entweder registriert
oder ignoriert werden. Das ist nicht gleichbedeutend mit Anlage "An"
oder "Aus". Das STD35 und die GPS-Maus arbeiteten auch, wenn unscharf
geschaltet ist! Vereinfacht gesagt werden die Sensoren durch Kontakte eines
Stromstoß-Relais an das STD35 angeschaltet oder davon getrennt. Leider
gibt es kaum Stromstoßrelais, die klein genug sind und über ausreichend
Kontakte verfügen. Ein Ausweg ist der Einsatz des Vorschaltbausteins VS
5-24V, der aus bistabilen Relais Stromstoßrelais macht. Zur Funktion der
Gesamtschaltung waren 7 Kontakte nötig. Zusätzlich wird ein Kontakt
für die Funktion des VS Bausteins gebraucht. Das macht insgesamt 8 Kontakte.
Ein bistabiles Miniaturrelais mit 8 Kontakten stand leider nicht zur Verfügung.
Zum Glück kann aber der Baustein, bei Einhaltung des maximalen Laststroms,
auch mit mehreren Relais beschaltet werden. Die Spulen werden dazu einfach parallel
geschaltet. Es wird trotzdem nur ein Kontakt eines Relais zur Funktion dieser
Stromstoßschaltung benötigt.
Als Stromstoßrelais sind in der Schaltung also zwei parallele Relais (A1
und A2) des Typs "RA4L-D12 W-K" mit je vier Kontakten (a1 bis a8)
eingesetzt, die auch alle benötigt werden. Diese Relais haben zwei getrennte
Spulen (beide in der Schaltung getrennt dargestellt). Die Schaltung zeigt die
Beschaltung des VS Bausteins mit einem Relais, In Wirklichkeit sind dort zwei
Relais parallel geschaltet. Das Relais zieht an wenn +12V an Klemme A1 der Platine
anliegen. Bei jedem Impuls schaltet es in den jeweils anderen Schaltzustand
und verharrt dort bis zum nächsten Impuls. Der gezeichnete Zustand in der
Schaltzeichnung ist "unscharf". Die Kontakte funktionieren wie folgt:
Funktion Einschaltverzögerung / IC 555(1)
555(1) arbeitet als MMV. Beim Einschalten der Betriebsspannung bleibt T1 für einen
bestimmten Zeitraum noch gesperrt, bevor er durchschaltet und die übrige
Schaltung mit Strom versorgt. Der Zeitraum ist mit der angegebenen Dimensionierung
etwa eine Minute. Das erlaubt dem STD35 in Ruhe hochzufahren und sich einzuloggen.
Auch der verwendete Bewegungsmelder braucht eine Warmlaufzeit, während
der er Fehlalarm signalisieren könnte, wenn die Auswerteschaltung schon
aktiv wäre.
Funktion Start-Reset / IC 555(2)
555(2) arbeitet als MMV. Alle Schaltkreise vom Typ 555 haben die unangenehme Eigenschaft, bei Anlegen der Betriebsspannung einmal Ihren Timerzyklus zu durchlaufen, es sei denn, Pin 4 liegt in dem Moment auf Masse. Um zu verhindern, dass 555(3) beim Start den Alarmzeitraum startet, wird durch 555(2) für einen kurzen Moment über T2 der Pin 4 von 555(3) auf Masse gehalten.
Funktion Alarmtimer / IC 555(3)
555(3) arbeitet als MMV. Der 555(3) legt bei einem negativen Impuls an Pin 2 seinen
Ausgang Pin 3 für eine Zeitspanne, die durch den 100uF Kondensator und
den 100k Widerstand bestimmt wird, auf Pluspotential. Damit schaltet er T5 durch,
der für diesen Zeitraum 555(4) an Masse legt und dadurch arbeiten lässt.
Die LED 2 signalisiert durch Leuchten den Alarmzustand. Der 100k Widerstand
ist praktisch ein 500k Einstellregler, wodurch sich die Alarmzeit in weiten
Grenzen variieren lässt.
Der negative Startimpuls an Pin 2 kann auf zwei Wegen erzeugt werden:
Funktion Intervallschalter / IC 555(4)
555(4) arbeitet als AMV. Er ist also instabil und kippt ständig von einem Zustand in den anderen. Das kann er aber nur, wenn durch T5 als Folge von Plus an Pin 3 von 555(3) die Verbindung zu Minus hergestellt ist. Die Dimensionierung sorgt für ein Impulsverhältnis von etwa 1:1 (je 1 Sekunde). Das Relais B hat also in etwa diese Ruhe- und Anzugszeit und schaltet damit durch den Kontakt b1 die Alarmspannung +12V pulsierend an den Ausgang A2'. Als Relais ist der Typ KU1T verwendet, der 6A schalten kann.
.jpg)
.jpg)
Beispiele für mögliche Schaltkontakte an Türen, Luken, Klappen usw.
.jpg)
ein Schwimmerschalter zur Meldung von Wasser im Boot o.ä.
Sonstiges
Um außen am Boot zur Abschreckung und eigenen Information den Scharfzustand der Anlage zu signalisieren, wird eine rote, selbst blinkende LED mit entsprechender Fassung von E5' gegen Masse geschaltet und an passender Stelle, von außen sichtbar angebracht.
.jpg)
Eine selbst blinkende LED, die ohne Vorwiderstand an 12V betrieben werden kann