Ein Nadelkissen
Ermuntert durch den Erfolg der Strickliesel kam von der handarbeitenden Ehefrau die Frage nach einem Nadelkissen. Vielleicht kann man das ja auch drechseln?

Hier oben wieder mal ein kleiner Entwurf, wie's aussehen könnte. Im Prinzip nichts anderes als eine kleine Holzschale mit dem eigentlichen Nadelkissen drinnen festgeklebt.

Wie man noch sehen wird, ist das hier keine reine Drechsel- sondern mehr eine gemischte Bohr-, Säge- Drechselarbeit geworden. Zuerst habe ich mit der Lochkreissäge eine Scheibe in etwa dem späteren Außendurchmesser ausgesägt.

Das ist nun schon der wesentlichste Teil des Körpers. Allerdings muß das Innenteil noch ausgeschnitten werden. Das Material ist übrigens 12mm Buche aus einer alten Schublade. Es ist also ziemlich hartes, feinporiges Holz.

Hier wird's etwas gefährlich, wenn man nicht aufpaßt. Man muß die Scheibe wirklich gut mit einer Zange oder ähnlichem festhalten!

Uff, geschafft! Das sieht schon gar nicht so schlecht aus.


Jetzt habe ich den Ring auf das Futter gespannt und die obere Rundung der Schale gedrechselt.


Das Ergebnis ist hier zu sehen. Dann habe ich diesen Ring auf eine etwas größer zugeschnittene dünne Sperrholzscheibe geklebt.

Nach dem Trocknen habe ich die Schale wieder auf das Futter gespannt und diesmal die untere Seite, einschließlich dem neuen Boden bearbeitet.



Das hier ist die fertige Schale vor und nach dem Behandeln mit Holzbeize "Eiche dunkel", sowie nach dem Lackieren (3x).

Als Stabilisierung des Kissens dient die dünne Sperrholzscheibe, die im Durchmesser 3mm geringer als der Innendurchmesser der Dose ist. Den Kern des Kissens habe ich aus einem neuen Scheuerschwamm geschnitten.



Der Schwamm schneidet sich perfekt mit einer einfachen Schere. Den Zuschnitt muß man deutlich größer als die Scheibe halten. Unten und oben wird der Rand dann noch mit der Schere etwas abgerundet. Die Scheibe wird dann mit Alleskleber unten an die harte Seite des Schwamms geklebt.


Das Nadelkissen soll für Stickarbeiten verwendet werden. Da mußte es natürlich zünftig verziert werden. Links ist der Entwurf aus den Stickprogramm zu sehen, rechts das gestickte Ergebnis. "Manche" meinten, daß der Käfer Fühler haben müßte ;o)

Der Innendurchmesser der Schale ist etwa 4cm. Damit die richtige Form entsteht, muß ein Durchmesser von etwa 7cm ausgeschnitten werden. Damit der Käfer auch in die Mitte kommt, habe ich erst den Kreis aus transparenter Plastefolie ausgeschnitten. Die Scheibe (auf dem Foto schlecht zu erkennen) kann man dann auf dem Käfer gut ausmitteln und danach ausschneiden. Das Bild zeigt auch, daß das Stickleinen leider nicht sehr dicht ist. Da muß man erst noch eine Lage weißen Stoff auf den Kern ziehen, bevor das Muster drauf kommt :o(



Ausgeschnitten wird mit guter Zugabe damit die Stiche nicht ausreißen. Dann unten über Kreuz vernähen und dabei aufpassen, daß nicht zuviele Falten entstehen. Ganz vermeiden kann man sie natürlich nicht.

Der Unterstoff ist endlich drauf, jetzt ist der Käfer dran.



Also noch mal die selbe Prozedur wie beim Unterstoff. Diesmal geht's aber schon ein bischen besser. Zum Schluß braucht man nur noch den Boden der Schale mit Kleber zu bestreichen (natürlich von innen!) und das Kissen gleichmäßig reindrücken. Das war's!
