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Simson SR2

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Linierung & Simson Wappen

Die Dekoration der Simson SR1 und SR2 bestand aus Linierungen in einer Kontrastfarbe an verschiedenen Teilen der Karosserie, komplettiert mit Wasserschiebebildern (früher oft auch Abziehbilder genannt). Diese Bilder bestanden aus dem Suhler Wappen mit dem Schriftzug Suhl darüber und dem Schriftzug Simson darunter.

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Dieses Bild befindet sich auf beiden Seiten des Tanks. Der "Simson" Schriftzug befindet sich außerdem auf dem hinteren Kotflügel mittig zwischen Rücklicht und unterer Gepäckträgerbefestigung. Die Bilder werden heute als Nachfertigung in zwei Varianten angeboten. Als Wasserschiebebild (wie original) oder als Aufkleber.

Die Linierung bereitet beim Restaurieren oft Kopfschmerzen. Das ist nicht verwunderlich. Original wurden sie bei Simson in Handarbeit von speziell geschulten und erfahrenen "Linierern" mit einem Schleppinsel gezogen. Das kann man sehr schön an den alten Linien nachvollziehen (siehe die Bilder unten). An den Ansätzen und Übergängen sieht man deutlich die Handarbeit. Das Problem ist, dass kaum jemand dieses Handwerk heute noch beherrscht. Da wird dann vor lauter Verzweiflung schon mal die Linierung als Streifen aufgeklebt. Für mich gehört das in die selbe Ecke wie die Wappen als Aufkleber, aber jeder kann ja selbst entscheiden, was er auf seinen Moppel pappt.

Die folgenden Bilder geben Hinweise über Breite und Anordnung der Linien. Das mag helfen, wenn nach dem Neulackieren die Linien wieder angebracht werden sollen. Die angegebenen Werte sind von den Originalteilen an meinem Moped abgenommen. Wegen der Handarbeit, kann es von anderen Fahrzeugen andere Ergebnisse geben.

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An den Felgen ist das Ganze eher einfach. Die Linie sitzt genau im Knick. Sie ist mit 2mm etwas breiter als die anderen.

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Am Werkzeugkasten sitzen drei Linien genau auf den Sicken. Sie sind etwa 1-1,5mm breit.

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Die Linien an der Gabel sind 14cm lang. Die Line beginnt 7,5cm vom unteren Ende und endet 21,5cm von unten.

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Die Stärke der Linen auf der Gabel ist 1,5mm.

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Der vordere Kotflügel hat zwei Linien zwischen denen ein Abstand von 6cm besteht. Es sieht auf dem Bild weniger aus aber wenn man den Zollstock sozusagen von links nach rechts abwickelt, sind es tatsächlich 6cm.

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Hier ist der Abstand einer Linie des Kotflügels vom Rand und die Breite der Linie (ca. 1mm) zu sehen. Achtung! Es gab auch Kotflügel, bei denen sich die Linie praktisch direkt neben oder sogar in der Sicke befand.

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Die Linierung der linken Seite des hinteren Kotflügels.

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Die selbe Linierung an der linken oberen Ecke.

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Die linke untere Ecke und...

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die rechte Ecke, an der man schön sieht, wie beide Linien zusammentreffen. An solchen Details erkennt man das Original und die Handarbeit.

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Hier ist der Abstand der unteren Linie von der Sicke (ca. 1cm) zu sehen.

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Dieser Kettenschutz ist doppelt liniert. Einmal gibt es eine dünne Linie außen herum, zum anderen ein stilisiertes Dreieck in der Mitte.

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Hier sind Reste von der dünnen äußeren Linie zu sehen. Davon ist nicht mehr viel übrig. Das innere Dreieck ist stärker gezeichnet.

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Die drei Bilder oben zeigen Details am Kettenschutz.

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Wieder beträgt der Abstand zur Sicke ca. 1cm. Das scheint ein gängiger Richtwert zu sein, mit dem man nichts falsch macht.

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Hier ist die Lage des Simson Schritfzugs auf dem hinteren Kotflügel zu sehen. Er war nicht wirklich mittig, ein Zeichen für "Handarbeit".

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Der Tank ist ein Problem für sich. Die Linien sind geschwungen, in der Mitte am breitesten (ca. 3mm) und laufen an den Enden spitz aus. Ich habe zur Feststellung der Position unter die obere Auflage ein Holz von 18,5cm Länge gestellt.

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Bei dieser Höhe richtete sich der Tank so auf, das das Wappen senkrecht stand. Aus dieser Sicht ist das Wappen etwa mittig unter dem Tankverschluß angebracht.

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Der Abstand vom Tankverschluß zur oberen Kante der Linie ist 57mm, zur unteren Kante 60mm. Der Abstand zur oberen Kante der Schrift ist 70mm.

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Hier oben sehen beide Seiten recht symmetrisch aus. In Wirklichkeit ist das nicht so. Wenn man von vorn auf den Tank sieht, bemerkt man deutlich, dass Lage und Größe der Linierung auf beiden Seiten unterschiedlich (eben Handarbeit) ist.

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Um den geschwungenen Bogen auf dem Tank reproduzieren zu können, hab ich ihn erst aus massivem Draht (im Bild blau zu sehen) nachgebogen.

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Den Drahtbügel hab ich dann gescannt. Das ergibt eine gute 1:1 Vorlage. Die hab ich dann digitalisiert und so ist die Vorlage entstanden, die sich öffnet, wenn man auf das Foto hier oben klickt. Es ist eine A4 -pdf Datei, nach der einfach so ein Bügel nachgebogen werden kann. Dieser Bügel kann, mit Hilfe der Fotos und Maße auf dieser Seite, einfach auf dem nackten Tank plaziert werden. Mit dünnen Streifen Klebeband fixieren und dünn nachzeichnen liefert eine brauchbare Vorlage für die neue Linierung. Wie man die Linierung ausführt ist Ansichtssache. Jedenfalls hat man die Größe, Form und Lage in etwa richtig. Der Bogen ist natürlich für beide Seiten brauchbar.

  

Hier nun zum Abschluss zwei Bilder, die mir ein freundlicher Leser für diese Seite überlassen hat. Sie zeigen die originale Linierung am Federkasten, die es an meinem Moped leider nicht mehr gab, weil ein Ersatzteil ohne Lackierung angebaut war. Mit diesen beiden Bildern sind die Vorlagen zur Linierung nun komplett.

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